Pflichtfach Arabisch?

erstellt am: 16.02.2016 | von: Meltem Colakoglu | Kategorie(n): Meinung

Angesichts der vielen Geflüchteten aus arabischen Ländern fordert der Präsident der Präsident der Kühne Logistics University, Thomas Strothotte,  Arabisch als verpflichtendes Schulfach einzuführen. Strothotte sieht  Arabisch wie Deutsch als gleichberechtige Unterrichtssprache an, welche die regelmäßige Teilnahme bis zum Abitur voraussetze.

Colorful College © Jusos Mönchengladbach

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© Jusos Mönchengladbach

Der kanadisch- stämmige Professor ist von der arabischen Unterrichtssprache überzeugt, da somit die Integration in Deutschland gestärkt  und die Vernetzung zum Nahen Osten in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht ermöglicht wird.  Dem Präsidenten des deutschen Lehrerverbandes, Joseph Kraus,  scheine dieser Vorstoß zur Einführung dieses Pflichtfach als ein karnevalistischer Vorstoß zu sein; zumal die praktische Umsetzung auch am mangelnden Personal scheitere.

Da ich persönlich mit unserem derzeitigen Schulsystem durchaus zufrieden bin, möchte ich im Folgenden lauter gute Gründe gegen die Einführung des Schulfachs einbringen:

  1. In der Schule ist neben der Fremdsprache Englisch, auch das Unterrichtsfach Französisch/Latein verpflichtend. Zudem hat man die Möglichkeit in der Einführungsphase auf der weiterführenden Schule am spanischen Unterrichtsfach teilzunehmen. Insofern sind die Schüler meines Erachtens mit fremdsprachlichen Unterrichtsfächern bereichert. Weitere Sprachen, insbesondere die arabische Sprache, würde den Schülern eine große Herausforderung bereiten und zu sehr belasten. Daher sollte man die Schüler weiter in den bisherigen Fremdsprachen fördern, da Englisch und Französisch zu den wichtigsten Verkehrssprachen Europas gehören.
  2. Es herrscht ein Mangel an Lehrkräften, die der arabischen Sprache mächtig sind. Außerdem ist zu beachten, dass die arabische Sprache sich durch ein hochkomplexes Schrift- und Lautsystem kennzeichnet. Da der große Lernaufwand für Lehrer und Schüler eine enorme und mentale Belastung  darstellt, ist die arabische Unterrichtssprache im deutschen Schulsystem eher ungeeignet.
  3. Es gibt viele arabischsprachige Länder, allerdings ist Arabisch nicht gleich Arabisch. Die phonetischen, semantischen oder syntaktischen Unterschiede im arabischen Sprachgebrauch sind regional abhängig. Beispielsweise unterscheidet sich das Umgangsarabisch der Maghrebstaaten (Marokko, Algerien, Tunesien) deutlich vom Arabisch der Golfstaaten. Daher würde sich in erster Linie die problematische Frage aufwerfen, welches regional/ bzw. dialektabhängige  Arabisch man als Schulfach einführen sollte.

Abschließend und zusammenfassend kann ich Strothottes Vorschlag als absurde Wirtschaftsmaßnahme auffassen, da sehr gute Englisch oder Französischkenntnisse für die internationale Vernetzung und Kommunikation deutlich wichtiger sind. Außerdem bin ich der Ansicht, dass man durch die Einführung der arabischen Fremdsprache die Integration geflüchteter Menschen hindern würde, da die Motivation der arabischstämmigen Flüchtlinge, Deutsch zu lernen, abnehmen würde. Eins bleibt festzuhalten, um die Integration der Zuwanderer in Deutschland zu fördern, sollte man den Schwerpunkt auf die Deutschsprachförderung legen.  Das Erlernen der deutschen Sprache ist von besonderer Wichtigkeit, um Teil dieser Gesellschaft zu sein.

Meltem Colakoglu

Autor: Meltem Colakoglu

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