Reisende soll man nicht aufhalten

erstellt am: 01.10.2015 | von: Johannes Jungilligens | Kategorie(n): angemerkt

Eine Polemik.

Die CSU droht mit Koalitionsbruch – aufgrund des Umgangs der Kanzlerin mit der aktuellen Flüchtlingssituation. Ich halte das für eine sehr gute Idee.

Reisende soll man nicht aufhalten © Johannes Jungilligens/fotostock.jusos-mg.de

Reisende soll man nicht aufhalten
© Johannes Jungilligens/fotostock.jusos-mg.de

Eigentlich hätten SPD und CDU ihrerseits aufgrund der aktuellen CSU-Situation längst mit Koalitionsbruch drohen sollen. Wie die bessere Hälfte der Union es aushält, dass eine lärmende, kindische Splittergruppe tagein, tagaus billiges Agenda-Setting auf Kosten realistischer Politik betreibt, finde ich eh seit Längerem wenig nachvollziehbar. Billigen Bayern-Populismus braucht weder die politische Landschaft im Allgemeinen noch eine Bundesregierung im Speziellen. Die Mehrheitsverhältnisse geben eine CDU-SPD-Koalition mit einer CSU-Links-Grünen-Opposition (schöne Vorstellung, oder?) locker her – und die durchaus vereinzelt vorhandenen klaren Köpfe in der CDU hätten nicht nur beim Thema Asyl die Chance, endlich ohne Kreuzfeuer aus der Schwesterpartei eigene Vorstellungen zu diskutieren. Nicht, dass mir diese im Endeffekt gefallen würden (Gott bewahre!), aber dem ein oder anderem CDUler dürfte da doch das Herz aufgehen.

Auch die CSU würde (auf ihre ganz eigene Art) davon profitieren: Endlich nicht mehr für die links-grün versiffte Politik der Kanzlerin entschuldigen müssen. Endlich ohne große Gegenwehr der eigenen naiv-dumm-bösartigen Haltung freien Lauf lassen; sich mal öfter richtig gehen lassen. Generalsekretär Scheuer könnte nach Belieben frisch-fromm-fröhlich-freidrehend Minderheiten diskreditieren und Horst Seehofer müsste nicht mal mehr so tun, als ob er ihn zurückpfeifen würde.

Und das Schönste: In der Zwischenzeit kann in Berlin wieder Politik gemacht werden. Mit mehr SPD-Linie, bitte sehr.

Johannes Jungilligens

Autor: Johannes Jungilligens

Johannes ist seit 2009 Mitglied bei den Jusos Mönchengladbach. Er lebt in Mönchengladbach und Bochum (und im Zug) und vertritt sozialdemokratische Werte nach dem Motto "Keiner kann die Welt alleine verändern (und das ist gut so)". Johannes findet, dass mit vielen guten Ideen und vielen, die mitmachen, die Gesellschaft gerechter und offener gestaltet werden kann. "Gleiche Löhne für gleiche Arbeit, faire Aufstiegschancen unabhängig von der Herkunft und freiheitliches Denken als Rahmen für die volle Entfaltung jeder und jedes einzelnen sollten selbstverständlich sein, sind es aber leider nicht. Daran müssen wir arbeiten!"

Einen Kommentar hinterlassen




Kommentar*

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

zum Seitenanfang
Datenschutz | Impressum | Kontakt

Copyright © 2017 Jusos Mönchengladbach - alle Rechte vorbehalten