Das Juso-Jahr 2014

erstellt am: 23.12.2014 | von: Johannes Jungilligens | Kategorie(n): Berichte

Das Jahr 2014 neigt sich seinem Ende zu und an jeder Ecke stolpert man über Jahresrückblicke. Auch wir können es natürlich nicht lassen und schauen in an dieser Stelle auf unser Juso-Jahr 2014 zurück: Was haben wir gemacht, was haben wir geschafft, womit haben wir uns beschäftigt?

Rückblick.  © Sebastian Laumen/fotostock.jusos-mg.de

Rückblick.
© Sebastian Laumen/fotostock.jusos-mg.de

Im Januar

haben wir unseren Juso-Raum renoviert. Das war nicht nur bitter nötig, sondern auch deutlich zeitaufwändiger als von uns zuerst gedacht. Aber es hat sich eindeutig gelohnt! Wir tagen nicht nur viel lieber, sondern auch deutlich häufiger als früher in unserem Raum. Trotz verschönertem Raum machten sich drei Gladbacher Jusos im Januar auf den Weg nach Straßburg, um gemeinsam mit unserer Europaparlamentarierin Petra Kammerevert den Europawahlkampf vorzubereiten. Daneben standen die Vorbereitung unserer Unterbezirkskonferenz und natürlich die Arbeit am Kommunalwahlprogramm auf der Tagesordnung. Beides wurde auch noch einmal

im Februar

aktuell, als wir auf unserer UBK nicht nur einen neuen Vorstand wählten, sondern auch ein umfangreiches junges Kommunalwahlprogramm mit „Unseren Ideen für ein junges Mönchengladbach“ diskutierten und verabschiedeten.

Doch im Februar fand nicht nur Erfreuliches statt: Mönchengladbach sorgte bundesweit für Schlagzeilen, als zwei Großdemos von Salfisten und Rechtspopulisten/-Extremisten auf dem Alten Markt zusammenstießen. Wir hatten bereits im Vorfeld unter dem Motto „Islamismus und Islamophobie – Beides scheiße“ zur Gegendemo aufgerufen. Das Thema begleitete sowohl uns als auch den Rest der Republik durch das Jahr, glücklicherweise vorerst nicht mehr so ausgeprägt in Mönchengladbach. Um auch

im März

und in Hinblick auf die Europawahl fit in der Thematik der Rechtspopulisten und -Extremisten zu sein, nahmen einige unserer Mitglieder an einer diesbezüglichen Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung teil. Die Erkenntnisse flossen in die Planung unseres Wahlkampfes ein. Doch auch ganz andere Themen wurden im März aktuell: Die bundesweite Debatten um das Gesetz zum Mindestlohn nahm eine unerwartete Form an, als die Details zu den Ausnahmen deutlich wurden. Wir mischten uns ein und forderten: Mindestlohn ohne Ausnahmen für junge Arbeitnehmer! Der Mindestlohn kommt jetzt in wenigen Tagen, was weiterhin großartig ist – einige Ausnahmen bleiben jedoch weiterhin bestehen.

Diskussion: "Jung in die Zukunft"  © Jusos Mönchengladbach

Diskussion: „Jung in die Zukunft“
© Jusos Mönchengladbach

Ganz andere Fragen beschäftigten uns bei der Vorbereitung der Kommunalwahl und des zugehörigen Wahlprogrammes: Wie sehen moderne Bürgerbeteiligung und zukunftsfähige Stadtverwaltung aus, wie können die Kompetenzen der Hochschule besser genutzt und die Hochschule an sich besser in die Stadt integriert werden, wie sieht zeitgemäße und sozial gerechte Mobilität aus, wie kann Mönchengladbach attraktiver für junge Menschen werden? Für diese und weitere Fragen haben wir unsere Ideen in das Wahlprogramm der Gladbacher SPD eingebracht. Unsere Ansätze sind unter anderem aus Veranstaltungen wie der gemeinsam mit dem OV Nord organisierten Podiumsdiskussion „Mönchengladbach – Jung in die Zukunft!“ entstanden, auf der wir mit unserem Oberbürgermeister Norbert Bude, Silke Müller vom Horst Festival, Andree Haack  von der IHK und dem Masterplan-Verein MG 3.0 und dem damaligen Vorsteher des Bezirks Nord, Reinhold Schiffers, die Frage nach den Problemen der Gegenwart und dem Weg in die Zukunft unter verschiedenen Gesichtspnkten diskutierten. Vieles davon ist auf dem Programm-Parteitag in das Wahlprogramm aufgenommen worden. All das führte zielstrebig in

den April,

in dem die Vorbereitungen für den Doppelwahlkampf intensiver und konkreter wurden: In einer Wahlkampf-Werkstatt entwickelten wir einen Leitfaden und Argumentationskarten  für die Präsentation unserer Forderungen und erdachten Ideen für neue Wahlkampf-Aktionen. Die Integration von insgesamt vier Wahlen in einen Wahlkampf (Europaparlament, Oberbürgermeister, Stadtrat, Bezirksvertretungen) war eine Herausforderung, die wir gerne angenommen und gemeistert haben. Auch die Debatte um die Inhalte der Europawahl kam nicht zu kurz: in unserem Workshop „Ich verstehe nur noch Krise! – Europas-Probleme begreifen und bewältigen“ haben wir mit vielen Jusos aus der ganzen Region die Hintergründe der europäischen Krise der letzten Jahre beleuchtet. Doch auch aktuelle Entwicklungen wie die Abschaffung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung haben wir diskutiert.

Der Mai

1. Mai 2014. Die Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa.  © Jusos Mönchengladbach

1. Mai 2014. Die Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa.
© Jusos Mönchengladbach

hingehen war nicht mehr von internen Debatten, sondern von Diskussionen mit sehr, sehr vielen anderen Menschen geprägt: Es war Wahlkampf pur! Auf den Wahltag am 25. Mai zugehend nahm die Schlagzahl unserer Aktionen stetig zu. Angefangen mit dem Tag der Arbeit am 1. Mai, bei dem wir die katastrophalen Zustände der Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa auf die Straße brachten (und ein paar Selfies machten). Ab dann standen wir jeden Freitag- und Samstagabend in der Altstadt und verteilten neben Kondomen und Knicktlichtern auch gute Argumente für das Wählengehen an sich und für’s SPD-Wählen im Speziellen. Nicht immer ohne Probleme (bei Heimspielen machen wir dann demnächst einfach was anderes), aber immer bis spät in die Nacht. Eigentlich hätte die Beschreibung dieses Wahnsinns-Doppel-Wahlkampfes einen eigenen Blogeintrag verdient gehabt, aber so zählen wir einfach mal ein paar Aktionen auf. Fotoimpressionen bereichern das noch:

Wahlkampf-Endspurt. © Jusos Mönchengladbach

Wahlkampf-Endspurt. © Jusos Mönchengladbach

und einiges mehr. Nebenbei haben wir noch das TV-Duell der Europawahl-Spitzenkandidaten geguckt und und wieder einmal gegen einen widerlichen Aufmarsch von ProNRW demonstiert. In unserem Wahl-Spezial haben wir alle Informationen rund um die beiden Wahlen festgehalten. Trotz des irren Endspurtes hat es am Wahltag nicht nur zu positiven Ergebnissen gereicht: Zwar hätten die Zahlen der Sozialdemokraten im Europaparlament schlechter sein können, die erschreckenden Gewinne der Rechtspopulisten überschatteten dies jedoch eindeutig. In Mönchengladbach sind mit Christoph Niessen und Felix Heinrichs zwei Jusos in den Stadtrat eingezogen und die SPD konnte ihr Ergebnis von 2009 sowohl im Stadtrat als auch in den vier Bezirksvertretungen minimal verbessern, allerdings reichte es im ersten Wahlgang nicht zu einer Mehrheit für einen der Oberbürgermeisterkandidaten – also auch nicht für Norbert Bude, der seit 2004 das höchste Amt der Stadt innehatte. Also nochmal vier Wochen Wahlkampf, die sich bis in

den Juni

erstreckten. Plakat- und Material-Schlachten, Altstadtstände, Frühstückstüten – alles wie gehabt. Am Wahlabend war die Spannung leider deutlich höher als die (miserable) Wahlbeteiligung – am Ende mussten wir Hans Wilhelm Reiners zum Sieg gratulieren. Am Abend nach der Wahl starteten direkt die Kooperationsverhandlungen zwischen SPD und CDU, die wir kritisch-konstruktiv begleiteten. Unsere Kritik an der Schwammigkeit und den sehr offenen, zu Interpretationen einladenden Formulierungen im Kooperationsvertrag verknüpften wir auf dem Sonderparteitag in der folgenden Woche mit der Ankündigung, immer wieder Interpretationshilfe zu geben – was wir dann auch sogleich beim intensiv diskutierten Thema „Rock am Ring in Mönchengladbach“ taten. Als dann

im Juli

RpJ-Aktion gegen rechte Fraktionen im Stadtrat.

RpJ-Aktion gegen rechte Fraktionen im Stadtrat.

der Stadtrat zu seiner ersten Sitzung zusammenkam, initiierten wir eine gemeinsame Aktion mit der Grünen Jugend, den Jungen Liberalen und der Jungen Union, in der wir zum Protest gegen und zur politischen Isolation der rechten Fraktionen von ProNRW und NPD aufriefen, die leider Teil des sowieso recht zersplitterten Stadtrates sind. Das Motto „Gegen Menschenfeindlichkeit und Intoleranz, für ein menschenwürdiges Miteinander in Mönchengladbach – keine Zusammenarbeit mit Pro NRW und NPD!“ rief ein positives Medienecho hervor. Anschließend verabschiedeten wir uns in eine kurze Sommerpause, aus der wir Mitte

August

mit einer ganzen Kaskade von Veranstaltungen wieder auftauchten: Unterbezirkskonferenz, Workshop-Tag und Teambuilding im Kletterwald. Vor allem der Workshop-Tag glänzte durch eine Fülle unterschiedlicher Themen: Von Zootierhaltung über Responsibility to Protect bis zum Urban Campaining diskutierten wir querbeet, auch mit externen Referenten, die uns das tolle Transparenzprojekt Bundes-Adler vorstellten. Zudem nahmen einige Jusos auf Einladung unserer Bundestagsabgeordneten Gülistan an einer Bürgerfahrt nach Berlin teil. Auf der Unterbezirkskonferenz bereiteten wir unter anderem den Parteitag der Gladbacher SPD

Parteitag der SPD Mönchengladbach.  © Jusos Mönchengladbach

Parteitag der SPD Mönchengladbach.
© Jusos Mönchengladbach

im September

vor, auf dem wir mit Anträgen zur Unterbringung von Asylbewerbern, zur Kulturpolitik nach dem Ende des HORST-Festivals, zur Verkehrssicherheit und zu verschiedenen anderen Themen erneut Motor der inhaltlichen Arbeit der Partei waren. Dies spiegelte sich auch in den Ergebnissen der Vorstandswahlen wieder, bei denen drei Jusos in den Vorstand der Gladbacher SPD gewählt wurden: Mit Josie, Julia und Felix als gewählte Mitglieder und Jeannine als kooptierte Vertreterin stellen wir über ein Viertel des Vorstandes! Im Vorfeld hatten wir uns auch zur umstrittenen Frage des RY-Kennzeichens und zum Vorstoß der Piraten-PARTEI-Gruppe bezüglich der Einrichtung eines freien WLAN-Netzwerkes in der Stadt geäußert.

Zudem diskutierten wir mit Vertretern des VRR-Verwaltungsrates, des Landes-ASten-Treffens und dem AStA der Hochschule Niederrhein die Entwicklungen rund um das Semesterticket für Studierende. Ebenfalls im September nahm Ronja für uns am Jugendlandtag 2014 teil, Josie war als Delegierte auf dem Landesparteitag und wir trafen uns wieder einmal zur Mitgliederversammlung – dieses Mal als Vorbereitung der Landeskonferenz

im Oktober

auf der wir – wie in den letzten Jahren – durch verschiedenste kontroverse Anträge glänzten. Auf der Landeskonferenz trat mit Robert ein Gladbacher zur (erneuten) Wahl in den Landesvorstand an, die er jedoch im Zuge einiger eher ungewöhnlicher Entwicklungen im Endeffekt nicht annahm. Trotzdem und trotz der räumlichen Situation (die Anwesenden

Gründung der Juso-Hochschulgruppe Niederrhein.  © Jusos Mönchengladbach

Gründung der Juso-Hochschulgruppe Niederrhein.
© Jusos Mönchengladbach

werden sich wohl auf ewig erinnern) werteten wir die LaKo als Erfolg – nicht nur die vielen angenommenen Anträge aus Mönchengladbach, sondern auch die intensiven, auf unseren Änderungsanträgen fußenden Diskussionen sprechen ihre eigene Sprache.

Da wir es mit Entspannen und Auszeiten nicht so haben, gründeten wir direkt am Montag nach der Landeskonferenz gemeinsam mit den Jusos Krefeld die Juso-Hochschulgruppe Niederrhein, die alsbald auch ihre Arbeit aufnahm. Diese HSG soll kein Juso-Außenposten an der Hochschule werden, sondern eigenständig in der Hochschulpolitik mitmischen – was nach dem Start auch ganz gut gelang.

Der November

stand ganz im Zeichen der Vorbereitung des letzten großen Ereignisses des Juso-Jahres: Dem Juso-Bundeskongress.  450 Seiten Antragsbuch wollen auch erst einmal gelesen werden. Parallel zu der Vorbesprechung der NRW-Delegation gestalteten wir im SPD-Vorstand den Fahrplan für das kommende Jahr mit (da kommt was Großes ;)). Schlussendlich fuhren wir an einem schönen Freitag-Vormittag

im Dezember

Der Juso-Bundeskongress in Bielefeld.  © Jusos Mönchengladbach

Der Juso-Bundeskongress in Bielefeld.
© Jusos Mönchengladbach

nach Bielefeld, wo der diesjährige Bundeskongress stattfand. Auch wenn drei Tage voller Diskussionen nicht immer nur entspannend sind: Es hat sich wie immer gelohnt! 300 Jusos aus ganz Deutschland, über ein Wochenende in eine Halle gesperrt – ein einmaliges Erlebnis mit Hang zum Lagerkoller.

Dementsprechend gerne fuhren die vier anwesenden Gladbacher dann auch zurück in die Heimat, wo eine Woche später die traditionelle Weihnachtsfeier mit Feuerzangenbowle (Film) und Feuerzangenbowle (Getränk) sowie vielen netten Gesprächen einen schönen Jahresausklang boten.

Das Jahr in Zahlen:

  • 9 Vorstandssitzungen (alle offen für Interessierte)
  • 5 Unterbezirkskonferenzen/Mitgliederversammlungen
  • 19 andere von uns organisierte oder mitorganisierte Veranstaltungen
  • 18 Wahlkampf-Aktionen
  • 24 Blog-Posts
  • 14 Facebook-Fotoalben
  • 129 neue Facebook-Likes (745)
  • 594 Fotos in unserem Fotostock
  • 14 Pressemitteilungen
  • Unzählbare Erinnerungen
Johannes Jungilligens

Autor: Johannes Jungilligens

Johannes ist seit 2009 Mitglied bei den Jusos Mönchengladbach. Er lebt in Mönchengladbach und Bochum (und im Zug) und vertritt sozialdemokratische Werte nach dem Motto "Keiner kann die Welt alleine verändern (und das ist gut so)". Johannes findet, dass mit vielen guten Ideen und vielen, die mitmachen, die Gesellschaft gerechter und offener gestaltet werden kann. "Gleiche Löhne für gleiche Arbeit, faire Aufstiegschancen unabhängig von der Herkunft und freiheitliches Denken als Rahmen für die volle Entfaltung jeder und jedes einzelnen sollten selbstverständlich sein, sind es aber leider nicht. Daran müssen wir arbeiten!"

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