Bildung endet nicht am Schulhofzaun

erstellt am: 20.05.2014 | von: Christoph Nießen | Kategorie(n): Meinung

Was bringt junge Erwachsene dazu ihre Stadt „cool“ oder „supergeil“ zu finden? Was bringt Eltern dazu in Ihrer Stadt zu bleiben und sich dort wohlzufühlen? Was bringt ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger dazu, nicht nur über die Jugend zu schimpfen, sondern die Chancen eines Generationendialoges zu nutzen? Die Antwort auf all’ diese Fragen ist im Grunde ganz simpel: Bildung.

Museen sind schön und wichtig - doch es gibt auch andere, ebenfalls unterstützenswerte Arten der Bildung. © Sebastian Laumen/fotostock.jusos-mg.de

Museen sind schön und wichtig – doch es gibt auch andere, ebenfalls unterstützenswerte Arten der Bildung. © Sebastian Laumen/fotostock.jusos-mg.de

Und zwar Bildung in allen ihren Formen, die weit über Schule und Co. hinausgehen. Bildung war und ist seit jeher eines der Kernthemen sozialdemokratischen Denkens. Doch auch für die Öffentlichkeit und die Städte und Gemeinden in diesem Land spielt sie eine wichtige Rolle. Jedoch werden dabei oft die Pfade für das, was die Leute unter Bildung verstehen sehr eng gesteckt. Zugegebener Maßen klingt eine neue Tafel für die Grundschule wesentlich mehr nach Bildung und Erziehung als das Anlegen einer BMX-Anlage. Aber auch nur auf dem ersten Blick. Für mich persönlich bedeutet Bildung wesentlich mehr als nur (Schul-)bücher und Rechenschieber. Bildung eines Charakters, eines sozialen (Selbst-)verständnisses, verbunden mit einem moralischen Selbstbild, sind für mich ebenso Felder der Bildung, die es zu fordern und fördern gilt.

Deshalb muss das Bildungsangebot einer Stadt ein Gesamtpaket sein. Grundlage dafür ist sicherlich, dass die Schulen und Kindergärten einem gewissen Standard entsprechen und pädagogische Arbeit der Lehrkräfte dort vernünftig möglich ist. Gleiches gilt für die Arbeit der Schülerinnen und Schüler und Jugendlichen in den Klassenräumen. Bildung darf aber nicht mit dem letzten Klingeln der Schulglocke aufhören. Sie muss weitergehen. Jeden Tag auf und um die Plätze der Stadt, in den Parks, Freizeiteinrichtungen und natürlich auch in den Kinderzimmern. Jedoch kann, darf und sollte sich die öffentliche Hand nur dann in die Geschehnisse in den Haushalten einmischen wenn es wirklich notwendig ist. Aber wenn Kinder und Jugendliche das Haus wieder verlassen, dann kann und sollte die Stadt Ihnen einiges bieten.

Ein gutes Beispiel für ein solches Angebot ist das „Home Projekt“, welches nun auch nach Rheydt ausgeweitet wird. Dort wird durch präventives Eingreifen und verschiedenen Angebote mit Hilfe von Sozialarbeitern und Pädagogen den Jugendlichen eine Alternative aufgezeigt. Gerade für solche, die von zu Hause aus keine Unterstützung erfahren. Auf diese Weise wird versucht, diese Jugendliche sehr früh davon abzuhalten auf die „falsche Bahn“ zu geraten. Das darf aber nicht durch Bevormundung passieren, davor würden sich die meisten Kinder und Jugendlichen sicherlich verschließen. Es muss ein vielfältiges Angebot mit und für die jungen Bürger geben.

Der Margarethengarten als ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, welches für Freizeitmöglichkeiten sorgt.  © Sebastian Laumen/fotostock.jusos-mg.de

Der Margarethengarten als ein Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, welches für Freizeitmöglichkeiten sorgt.
© Sebastian Laumen/fotostock.jusos-mg.de

Musik, Sport und Kultur sind ebenfalls ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden und für die Bildung. Dass ein Museum der Bildung nicht hinderlich ist, dürfte jedem klar sein. Aber auch der Sport formt wichtige Charaktereigenschaften wie Teamgeist, Verantwortung und Selbstvertrauen. Wichtige Schüsseleigenschaften, besonders für junge Leute. Auch dort kann die Stadt ein breites Angebot schaffen. Daher muss der Sport für Jugendliche kostenlos bleiben. Warum hingegen ein Erwachsener für sein Training in der Halle nicht einen kleinen Obolus zahlen kann, erschließt sich mir nicht. Es gibt noch wesentlich mehr Beispiele für positive Entwicklungen der sozialdemokratischen Bildungspolitik in Mönchengladbach. Deren Nennung würde hier jedoch den Rahmen sprengen. Allerdings möchte ich das bürgerliche Engagement von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Organisationen nicht unerwähnt lassen. Bürgerliches Engagement ist wichtig, gerade in Zeiten klammer Stadtkassen.

Wenn Sie auch weiterhin eine Bildungspolitik wollen, die nicht am Schulhofzaun endet, so geben Sie bitte der SPD am 25. Mai Ihre Stimme!

Ich möchte diesen Blogeintrag schließen mit einem Zitat von Karl Max Einhäupl: „Wer glaubt, Bildung sei teuer, der möge es mit Dummheit versuchen.“

In einer kleinen Themenreihe bloggen hier die Juso-Kandidaten für die Kommunalwahl am 25. Mai. Hier schreibt Christoph, der für den Wahlkreis Amtsgericht/Rheydt Innenstadt kandidiert.

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1 Kommentar zu „Bildung endet nicht am Schulhofzaun“

  1. Dominik sagt:

    Die meisten Menschen verbinden Bildung mit reinem schulischem Wissen, welches hauptsächlich über Bücher und expliziten Lernens erarbeitet wird.
    Wie in diesem Artikel aber sehr schön beschrieben, ist Bildung viel mehr als dieses abstrakte, messbare Wissen.
    Sport beeinflusst beispielsweise auch maßgeblich die kognitive Entwicklung von Kindern. Wichtige Verbindungen im Gehirn werden durch sportliche Betätigung gelegt, Koordination und Gleichgewicht wird erlernt.
    Auch der Kontakt mit Gleichaltrigen ist eine wichtige Komponente, somit erlernt das Kind soziale Kompetenzen und gesellschaftliche Normen.
    Den Großteil des Wissens für das spätere Leben erlernt der Mensch im Alltag. Somit ist die Umgebung, in der ein Mensch aufwächst ausschlaggebend an der Bildung beteiligt. Eine gute Infrastruktur der Heimatstadt ist deshalb unter anderem ein wichtiger Bildungsfaktor.

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