Das Arschloch unter den Wochentagen

erstellt am: 19.05.2014 | von: Johannes Jungilligens | Kategorie(n): Meinung

Dem Montag haftet der Ruf an, nicht grade zu den beliebtesten Wochentagen zu gehören – die Gründe dafür sind vielfältig und seit neuestem gibt es noch einen weiteren Grund: Die Friedenskundgebungen, die seit einigen Wochen an ebenjenem Tag stattfinden und sich – wie gefühlt jedes zweite Wutbürger-Treffen – unberechtigterweise in die Tradition der DDR-Montagsdemos stellt. „Wir sind das Volk“ als Allheilmittel gegen einen bunten Strauß kruder Ideen?

Bitte nicht! © Johannes Jungilligens/fotostock.jusos-mg.de

Bitte nicht! © Johannes Jungilligens/fotostock.jusos-mg.de

Bei diesen Kundgebungen – so viel sei vorwegzunehmen – sind sehr unterschiedliche Gruppen von Menschen und auch gruppenlose bzw. nicht zuzuordnende Leute zu finden und sehr viele von ihnen haben wahrscheinlich tatsächlich nichts anderes im Sinn, als für den Weltfrieden zu demonstrieren. Ob und inwieweit das sinnvoll ist, sei dahingestellt, es gibt ja schließlich auch Menschen, die Online-Petitionen gegen Menschenraub unterzeichnen und sich davon einen Effekt versprechen. Das Problem liegt an anderen Stellen, genauer gesagt an drei Punkten:

  1. Einigen Teilnehmern
  2. Den Organisatoren
  3. Der Argumentation

 

1. Dabei sein ist alles: Die problematischen Teilnehmer

Neben den üblichen Unverdächtigen wie pazifistischen Studierenden, Rentner/innen usw. finden sich bei den Kundgebungen zunehmend auch weniger sympathische Teilnehmer ein: Neben Verschwörungstheoretikern, rechten Esoterikern, Ideologen von ganz weit links und einfachen Spinnern finden sich auch hochrangige NPD-Funktionäre und Mitglieder der „Bürgerinitiative Ausländerstop„. Tatsächlich sind die Kundgebungen natürlich öffentlich und es ist daher schwer bis gar nicht kontrollierbar, wer daran teilnimmt und wer nicht. Man könnte aber als Veranstalter oder als einfacher Teilnehmer versuchen, derartige Personen von der Teilnahme abzubringen. Das widerspricht aber scheinbar dem Selbstverständnis (siehe unten) oder liegt außerhalb des Interesse-Fokus. Stattdessen wird deren Anwesenheit durch Stillschweigen akzeptiert oder – bei Konfrontation mit der Thematik – geleugnet. Beides nicht die geschicktesten Arten des Umgangs.

Die Frage, ob die Kundgebungen unterwandert werden oder ob der von vorneherein existierende Grundtenor der Argumentation derartiges Publikum einfach anzieht, wird wohl schwierig zu beantworten sein. Fakt ist und bleibt: Es befinden sich auf den Montagsdemos sehr viele – zu viele – Leute, mit denen gemeinsam ich persönlich nicht auf einer Veranstaltung erscheinen wollen würde und deren Anwesenheit mich von einer Teilnahme abhalten würde (neben den vielen, vielen anderen Gründen, siehe weiterer Text). Doch die Friedenskundgebungen wachsen beständig weiter; offensichtlich scheint ein gesunder Skeptizismus gegenüber derartigen Gestalten nicht sonderlich weit verbreitet zu sein. Die steigende Teilnehmerzahl liegt aber auch sicherlich an der Organisation und der Öffentlichkeitsarbeit.

2. Wo der Problembär begraben liegt: Die Organisatoren

Offiziell haben die Montagsdemos keine Organisatoren: Es ist ja das Volk, die einfachen Leute, die kritisch denkende Masse, die sich dort versammelt. Jeder halbwegs informierte Mensch weiß jedoch, dass sich Kundgebungen nicht so einfach aus dem Nichts heraus materialisieren. Derartige Treffen müssen initiiert, bei Polizei und Ordnungsamt angemeldet, organisiert und schlussendlich auch beworben werden. Es zeigen sich dabei derzeit drei Protagonisten: Jürgen Elsässer, Ken Jebsen und Lars Mährholz. Letzterer gilt als Initiator der ganzen Geschichte. Auf seiner Homepage findet sich die reichlich fragwürdige Aussage:

IMMER wenn über die USA geredet wird denkt euch einfach die meinen die FED! Amerika bzw. das amerikanische Militär ist nur der Knüppel der FED!

und auf Kritik reagiert er nicht sonderlich souverän.

Doch er scheint – abgesehen von den schwer nachvollziehbaren Theorien über die Beschaffenheit und Rolle der FED – eher das kleinere Übel zu sein. Unsympathischer wird es dagegen bei Ken Jebsen, inzwischen besser bekannt als KenFM, obwohl selbst Ken Jebsen ein angelegter Name ist. Bis 2011 war er Moderator, unter anderem beim RBB – bis er dort wegen antisemitischer und verschwörungstheoretischer Äußerungen entlassen wurde. Was genau zu seiner Entlassung geführt hat und warum Jebsen als einer der Köpfe hinter den Montagsdemos so problematisch ist, zeigen unter anderem Zitate wie „ich weis [SIC!] wer den holocaust als PR erfunden hat“ und die wiederholten Behauptungen, die Terroranschläge vom 11. September seien von den USA selbst geplant und durchgeführt worden bzw. wie er es wörtlich bezeichnet ein „warmer Abriss“ gewesen. Auch für Nettigkeiten wie den Vorwurf, Zionisten hätten die amerikanischen Medien unterwandert, um zu vertuschen, dass „im Auftrag des Staates Israel Menschen in Massen vernichtet werden“ ist er sich nicht zu schade. Inzwischen schreibt er für das rechtspopulistische Magazin „Compact“, Herausgeber davon ist der dritte Mann im Bunde: Jürgen Elsässer.
Das Compact-Magazin glänzt  mit Titel-Stories „Gegen das Schulfach Schwul“, „Vorbild Schweiz – Volk stoppt Einwanderung“, „Roma – Bettler und andere Fachkräfte“ oder „Kanak-Sprach – Isch mach disch Messa“. Um das ganze noch sympathischer zu machen und um sich mal den Kollegen-Kreis von Jebsen und Herausgeber Elsässer anzuschauen: Für das Magazin schreibt auch Eva „es war nicht alles schlecht“ Herman; Thilo Sarrazin ist Haupt-Redner auf Compact-Konferenzen und seine Thesen wurden als Compact-Titelgeschichten gebracht. Nett, was?
Derartiges als Herausgeber verantwortend setzt Elsässer jedoch tagesaktuell noch einen drauf und erklärt in seinem privaten Blog, warum bei ihm beim Anblick von ESC-Gewinnerin Conchita Wurst „nicht nur politische Abwehr-Reflexe [wirken], sondern [seine] jahrmillionenalte DNA rebelliert„. Statt „Ekel-Wurst“ will er lieber „das einfache Mädel“ Lena zurück, deren einziger Makel in seinen Augen ist, dass sie nicht Deutsch gesungen hat – russisch wäre wahrscheinlich noch besser gewesen?

Dem Vorwurf des rechtsgerichteten Gedankenguts wird ganz geschickt mit dem unter Ideologen weit verbreiteten moralistischen Fehlschluss begegnet: „Wir sind nicht rechts, weil wir sagen ja, dass wir nicht rechts sind. Das muss doch wohl als Beweis reichen!“

Fassen wir also zusammen: Ein FED-Verschwörungstheoretiker, ein sich antisemitisch äußernder und gemeinsam mit Sarrazin und Herman für ein rechtspopulistisches Magazin agierender Journalist sowie sein offen homo- und transphober Chef, in dessen Namen gegen Roma und „Kanak-Sprach“ gehetzt wird, organisieren Demos, bei denen sich NPDler, Rechtsesoteriker und Antifa die Klinke in die Hand geben. Klingt irre? Schon irgendwie. Aber es wird noch besser!

3. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Die Argumentation

Die „Mahnwachen für den Frieden“ befassen sich – tadaaa – mit dem Frieden. Sehr gut, gefällt mir! Sie befassen sich auch mit der Verhinderung von Krieg. Sehr gut, gefällt mir! Die geläufige Argumentation ist sehr einseitig. Unschön, gefällt mir nicht! Nichts gegen die gepflegte Prise Populismus (findet man ja auch in diesem Beitrag), aber der Vereinfachung des Denkens sollte dann doch irgendwo eine Grenze gesetzt werden.
Was genau ist denn nun die Argumentation? Sie besteht im Prinzip aus mehreren, meist von den verschiedenen Teilnehmern unterschiedlich gewichteten Strängen:

  • Die FED/Amerika/Zinspolitik
  • Die NATO
  • Die Europäische Union
  • Die gleichgeschalteten Medien

Diese vier Stränge laufen an einem Punkt zusammen: Der Ukraine-Krise und dem Verhältnis zu Russland.

Die Argumentationstränge der Montagsdemos

Die Argumentationstränge der Montagsdemos

Betrachtet man die einzelnen Unterpunkte, so wird schnell klar, wieso die Montagsdemos einen großen Zulauf zu verzeichnen haben: Es spiegeln sich darin recht viele Ansätze aus aktuellen gesellschaftlichen Debatten wieder, teilweise sind diese in Ansätzen auch breiter Konsens – allerdings (und das ist wichtig!) nur in den Ansätzen!

Die Spitze, auf die die Kritik getrieben wird (sei es am Raubtierkapitalismus, an der NATO, an der EU oder an den Medien), macht den Eisberg erst sichtbar, der darunter liegt: Eine tiefgreifende Unzufriedenheit mit derzeitigen Umständen und ein grundlegendes Unverständnis der Komplexität der globalisierten Welt rufen den Wunsch nach einfachen Antworten auf schwierige Fragen hervor. Und ähnlich wie bei der AfD, zu der es sowieso einige Anknüpfungspunkte gibt, oder bei linken Populisten (die einen nicht unbedeutenden Teil der Besucher stellen) werden diesen Antworten in einer grundlegenden und über ein vernünftiges Ziel herausschießenden Kritik an Institutionen gefunden, die sich nach ein bis zwei feurigen Reden über Chemtrails und das Finanzjudentum in einer gefährlichen weil plumpen Generalabrechnung mit der westlichen Welt entlädt.

Dass ein Pazifist die NATO nicht toll findet, ist klar – schließlich ist das ein Militärbündnis. Dass eine mittellose Rentnerin das Finanzsystem kritisiert, weil ihre Rente bei irren Spekulationen gefährdet wird ist verständlich. Dass jemand, der bei einem öffentlich-rechtlichen Sender entlassen wurde, gegen die „gleichgeschalteten System-Medien“ ankämpft, ist zwar nicht verständlich, aber immerhin teilweise nachvollziehbar. Das alles in Kombination mit der grundlegenden Tendenz Zusammenhänge zu konstruieren, wo es keine gibt (wie Verschwörungstheorien halt funktionieren) und der vermeindlichen Nichtbeachtung durch die von vornherein als kontrolliert betrachteten „System-Medien“ gibt – wenn man es einmal ordentlich durchschüttelt – genau den Cocktail, aus dem die Friedenskundgebungen bestehen.

UPDATE: Einen unschönen Einblick in die Realität der Montagsdemos erhält man in diesem dort verteilten Flyer.

In Mönchengladbach kommen die Chemtrails sogar aus dem Boden! :O  © Sebastian Laumen/fotostock.jusos-mg.de

In Mönchengladbach kommen die Chemtrails sogar aus dem Boden! :O
© Sebastian Laumen/fotostock.jusos-mg.de

Das i-Tüpfelchen sind eigentlich die esoterisch-verschwörungstheoretischen Auswüchse bei den Reden der Montagsdemos (CIA kontrolliert Merkel, diese vergiftet per Chemtrails die Bevölkerung der Bundesrepublik welche gar keine Bundesrepublik ist, sondern eine GmbH, …) – aber das ist eigentlich einen eigenen Blog-Eintrag wert. Falls die mich steuernde CIA so etwas schreiben lässt – denn wahrscheinlich bin ich Teil des kontrollierten Medien-Systems… 🙂

Wichtig: Wie bereits oben erwähnt fallen längst nicht alle TeilnehmerInnen der Friedenskundgebungen unter diese Kritik. Fragwürdig bleibt, warum so viele sich von dem explosiven Gemisch nicht stören lassen und gemeinsame Sache mit derartigen Personen machen. Meiner Meinung nach hilft auch das Negieren von Rechts-Links-Schemata nicht viel, wenn trotzdem Arschlöcher dabei sind.

(Anmerkung: Aufgrund mehrfacher Rückmeldungen bzgl. der Verlinkung der Antideutschen Antifa bei der Aufzählung der Teilnehmer unter dem Punkt „Ideologen von ganz weit links“ haben wir den Link geändert in Erklärungen zur „Antiimperialistische Koordination„)

Lesenswerte Quellen:

Johannes Jungilligens

Autor: Johannes Jungilligens

Johannes ist seit 2009 Mitglied bei den Jusos Mönchengladbach. Er lebt in Mönchengladbach und Bochum (und im Zug) und vertritt sozialdemokratische Werte nach dem Motto "Keiner kann die Welt alleine verändern (und das ist gut so)". Johannes findet, dass mit vielen guten Ideen und vielen, die mitmachen, die Gesellschaft gerechter und offener gestaltet werden kann. "Gleiche Löhne für gleiche Arbeit, faire Aufstiegschancen unabhängig von der Herkunft und freiheitliches Denken als Rahmen für die volle Entfaltung jeder und jedes einzelnen sollten selbstverständlich sein, sind es aber leider nicht. Daran müssen wir arbeiten!"

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5 Kommentare zu „Das Arschloch unter den Wochentagen“

  1. Niklas sagt:

    Hallo,

    ich stimme Deinem Eintrag zu, die Analyse der sehr problematischen Montagsdemo ist auf jeden Fall richtig.
    Nur eine Aussage hat mich sehr stutzig gemacht und ist auf jeden Fall grundlegend falsch. Du schreibst: „Ideologen von ganz weit links“. Verlinkt ist die Seite „der“ antideutschen Antifa“.

    Ich bin mir sehr sicher, dass keine Menschen, die sich als antideutsch bezeichnen würden als Teilnehmende auf dieser Demo sind. Viel mehr sind bisher Antideutsche die einzigen, die wirkliche Gegenproteste durchführen (wie u.a. heute Abend in Berlin). Es wäre auch vollkommen unlogisch, wenn Antideutsche an diesen Demos teilnehmen würden, sind doch die Hauptpunkte gegen die Antideutsche aktiv sind, Kritik an verkürzter Kapitalismuskritik und strukturellem Antisemitismus und Antiamerikansimus, genau die Dinge die auf den Montagsdemos immer wieder vorkommen.

    Wäre gut, wenn Du es ändern könntest.

    Liebe Grüße

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    • Johannes Jungilligens Johannes Jungilligens sagt:

      Hallo Niklas,

      danke für den Kommentar 🙂
      Es ist richtig, dass die antideutsche Antifa hier durch diese Formulierung und den Link ein bisschen zu homogen dargestellt wird. Tatsächlich würde ich aber von der reinen Formulierung, dass die antideutsche Antifa „Ideologen von ganz weit links“ sind, keinen Abstand nehmen, denn daran gibt es für mich generell wenig Zweifel. Es ist auch so, dass auf diesen Demos Personen zugegen sind, die sich selber der antideutschen Antifa zurechnen. Liegt wohl an der Amerika-feindlichen und globalisierungskritischen Haltung, in der sich einige wiederfinden.
      Dass auch Gegendemos von ebenjenen Kreisen durchgführt werden, zeigt nur, wie heterogen die Gruppe ist (wobei schon der Begriff Gruppe irreführend ist) und eine Verallgemeinerung an der Stelle nicht hilfreich ist.

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      • Niklas sagt:

        Ich glaube es vewendest den Begriff „Antideutsch“ fundamental falsch.
        Es mag sein, dass sich Leute die sich „der“ Antifa zurechnen auf die Demo gehen, weil es durchaus „Linke“ gibt die für plumpen Antiamerikanismus und verkürzte Kapitalismuskritik empfänglich sind. Nun sind das aber Leute die sich gerade nicht der antideutschen Antifa zurechnen lassen! Antideutsche Ideen zeichnen sich eben NICHT durch Antiamerikanismus aus, sondern kritisieren gerade diesen. Zitat aus wikipedia dazu: „Weitere antideutsche Positionen sind Solidarität mit Israel und Gegnerschaft zum Antizionismus, Antiamerikanismus und Antiimperialismus.“
        Hauptpunkt der antideutschen Kritik an anderen Linken ist gerade, dass diese durch oberflächliche Kritik am Kapitalismus und Amerika letztendlich nationalistische bis antisemitische Argumente reproduzieren. Deswegen ist auch auch logisch, dass die von Dir verlinkte antideutsche Facebookseite schon mehrere sehr kritische Beiträge zu den Montagsdemos gepostet hat.
        Deine Formulierung: „Liegt wohl an der Amerika-feindlichen und globalisierungskritischen Haltung, in der sich einige wiederfinden.“ tirfft wohl eher auf sogenannte antiimperealistische Antifas zu. Und warum wäre sonst im Logo der antideutschen Antifa eine USA-Flagge? http://media.rotefahne.eu/2012/11/antideutsch.png
        Woher hast Du überhaupt die Information, dass Antideutsche auf den Demos waren?

        Eigentlich ist die ganze Sache ja auch nicht so relevant, aber als ich gestern von der Montagsdemo kam, die ich kritisch beobachtet habe, waren die einzigen Gegendemonstranten Menschen aus dem antideutschen Kontext, die durch Flyer eine sehr fundierte Kritik an der Veranstaltung geübt haben. Ich war also etwas überrascht, dass gerade diese Leute an den Demos teilnehmen sollen.

        Ob sie nun „Ideologen was ganz links sind“ bleibt natürlich Deinem Urteil überlassen. Nur solltest Du Dich vielleicht ersteinmal über diese Strömung informieren, bevor Du ein Urteil fällst…

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      • Johannes Jungilligens Johannes Jungilligens sagt:

        Habe bereits heute Vormittag folgendes Update eingefügt:
        „Anmerkung: Aufgrund mehrfacher Rückmeldungen bzgl. der Verlinkung der Antideutschen Antifa bei der Aufzählung der Teilnehmer unter dem Punkt “Ideologen von ganz weit links” haben wir den Link geändert in Erklärungen zur “Antiimperialistische Koordination“)“.

        Ich habe mich durchaus über die betreffenden Strömungen informiert und ihre Haltung für nicht sonderlich unterstützenswert befunden. Trotzdem ist es natürlich nicht richtig, sie zur falschen Seite der Demo zu stellen, daher das Update.

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  2. Ruth sagt:

    Nun, ich denke die Mahnwachen sind einen Besuch wert, eben WEIL die globalen Probleme komplex sind und es daher nicht schadet, sich andere Meinungen und Antworten anzuhören. Berlin ist längst nicht das Aushängeschild für die über 70 Mahnwachen. Man macht es sich etwas zu leicht, nur auf die drei bekannten Hauptfiguren einzugehen. Natürlich kann man über einen Jürgen Elsässer nur den Kopf schütteln und auch einem Ken Jebsen – ob er nun antisemitisch ist, möchte ich zwar bezweifeln – muss man nichts abgewinnen können. Dass einem Lars Märholz als unbescholtenem Bürger, der plötzlich diffamiert wird, wie sonst wer, mal die Hutschnur platzt, finde ich nachvollziehbar. Aber sogar in Berlin laufen noch andere – mehr oder weniger bekannte – Personen rum. Was ist mit einem Pedram Shahyar, prominentes Attac Mitglied? Prinz Chaos, einem Freund von Konstantin Wecker? Marsili Cronberg?

    Ich finde es auch nicht so richtig gut, dass du alle anderen Teilnehmer als „die üblichen Unverdächtigen“ bezeichnest und als naive Wutbürger abtust. Damit wirst du den Menschen dort einfach nicht gerecht. Das sind keine Stammtische, wo jeder mal ein wenig rummeckern darf. Die Menschen dort sind auf verschiedenste Weise, mehr oder weniger von der aktuellen Politik betroffen oder suchen einfach nur den Austausch. Dort finden konstruktive Dialoge statt. Wie soll man sonst Lösungsansätze finden?
    Bislang habe ich drei Mahnwachen besucht und ich muss schon stark überlegen, ob die FED mehr als das eine Mal genannt wurde. Ob dort vehement krude Verschwörungstheorien verbreitet wurden, sondern nicht vielmehr die Aufforderung kam: „Denkt wenigstens einmal drüber nach und hinterfragt!“. Ein paar Dinge sind es durchaus wert, näher überdacht zu werden. Im Übrigen gibt es auch solche Flyer: ziviler-ungehorsam.org/wp-content/uploads/2014/05/Flyer_NRW_DD_02.pdf
    Dahinter stehe ich persönlich vollkommen (ja, diese Forderungen sind vielleicht schwammig, aber der Grundtenor dürfte klar sein).
    Du siehst vielleicht, es wird schwierig, ein wirklich einheitliches Bild der Montagsmahnwachen zu zeichnen. Die Gefahren sehe ich allerdings bei besten Willen nicht. Die zwei verschiedenen Mahnwachen, die ich bisher besucht habe, waren grundverschieden, auch wenn sie natürlich die Gemeinsamkeit hatten, für den Weltfrieden zu plädieren. Aber auf eine viel weniger naive und abstrakte Weise, als es den Anschein macht.
    Wieso befürworten nur ein paar Linke die solidarische Auseinandersetzung mit den Mahnwachen? Es wäre begrüßenswert, wenn andere Politiker da nachziehen würden. Ich rate dringendst, sich diese Mahnwachen persönlich anzuschauen. Geht hin, hört euch die Meinungen der Leute an, stellt euch selber an’s Mikro und diskutiert mit den Menschen. In den meisen Medien finden sie offensichtlich kein Forum und damit wird man ihnen einfach nicht gerecht. Das in den meisten Medien gezeichnete Bild ist tatsächlich unverschämt falsch. Auch über Berlin wird nur sehr zweifelhaft berichtet, aber gut. Nicht jede Mahnwache ist Berlin, im Gegenteil. Das mit rechtem Gesindel oder einer verquerten Antifa hält sich auf den meisten Mahnwachen doch sehr in Grenzen, da muss man sich nicht sorgen, mit den falschen Leuten gesehen zu werden. Ich kann nur dafür plädieren, sich persönlich eine Meinung zu bilden.

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