Deutschland – deine Waisen

erstellt am: 15.04.2014 | von: Markus Lenzkes | Kategorie(n): Meinung

Deutschland stellt sich immer als Musterbeispiel eines Sozialstaats dar – doch wie sozial ist Deutschland wirklich? Ist Deutschland tatsächlich der sozialste aller Sozialstaaten? Nein! Dass es gut ist, in einem Sozialstaat zu leben, will ich nicht bestreiten – uns geht es hier in Deutschland verdammt gut. Doch das Sozialsystem der Bundesrepublik ist noch an vielen Stellen verbesserungswürdig.

Geld ist nie genug da. © Johannes Jungilligens/fotostock.jusos-mg.de

Geld ist nie genug da.
© Johannes Jungilligens/fotostock.jusos-mg.de

Zurzeit ist es der Fall, dass jeder in Deutschland lebende Mensch gesetzlich zu einer Krankenversicherung verpflichtet ist – gute Sache das! Aber halt – Sozialsystem geht auch anders.

Wie war das? Jeder in Deutschland lebende Mensch ist zu einer gesetzlichen Krankenversicherung verpflichtet. Bei Kindern heißt das in der Regel, dass sie sich über die Eltern versichern und sobald sie eigenes Geld bekommen, sich selber versichern müssen. Doch, im Falle eines Waisen, der Voll- oder Halbwaisenrente bezieht, sieht der Staat eben dieses Geld als ein Entgelt an und fordert eine eigenständige Versicherung des Voll- bzw. Halbwaisen. Hierbei ist zu beachten, dass das Alter des Waisen überhaupt keine Rolle spielt – es kann also demnach der Fall sein, dass ein 3-jähriger Halbweise schon für seine Krankenversicherung selbst aufkommen muss. Das ist ja alles eigentlich gar nicht so schlimm, schließlich bekommt der Waise dann ja auch seine Rente vom Staat und ist für den Staat somit Rentner (folgende Anekdote sei erlaubt: Es macht immer wieder Spaß, als Jugendlicher bzw. junger Erwachsener in Freizeitparks den Rentnerausweis rauszuholen und den Rentnerrabatt zu fordern – die Blicke, die man zugeworfen bekommt, sind einmalig!).

Doch was ist denn nun, wenn ein Voll- bzw. Halbwaise nach der Schulzeit ein eigenes Einkommen hat und zum Beispiel eine Ausbildung anfängt. Als Azubi gilt man für den Staat ja noch nicht als vollständiger Arbeitnehmer und die Rente fließt weiter – ebenso wie die Beiträge in die Krankenversicherung, die man mit einem Teil der Rente bezahlt. Doch, der eigentliche Fehler in der Milchmädchenrechnung des Staats liegt darin, dass man sich ab dem ersten Gehalt doppelt (!) versichern muss. So ist es der Fall, dass man wie alle anderen Arbeitnehmer einen Teil des Gehalts als Sozialabgaben abgibt. Unter Sozialabgaben fallen: Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung und eben die Krankenversicherung (diese schlägt mit 8,2% zu Buche).

Jetzt haben wir den Salat, dass dieser Halb- bzw. Vollwaise einmal seine Krankenversicherung über die Waisenrente bezieht und zusätzlich noch einmal über sein Gehalt. Es liegt also eine grandiose Doppelversicherung vor – welch tolle Leistung, Papa Staat.

Es ist immer gut, von denen zu nehmen, die eh am wenigsten haben – nicht.

Markus Lenzkes

Autor: Markus Lenzkes

Die eigene Meinung ist Markus am wichtigsten. Diese zu bilden, unabhängig von den Meinungen anderer, und zu verteidigen ist die oberste Priorität der Menschheit. Gerade in der Politik ist es sehr wichtig, sich für die eigene Meinung einzusetzen und für diese zu kämpfen!

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