Lucky Streik

erstellt am: 26.03.2014 | von: Johannes Jungilligens | Kategorie(n): angemerkt, Meinung

Ich sitze fest. Komme nicht weiter – keine Straßenbahn, kein Bus in Sicht. Taxi? Zu teuer, ich bin Student! Eigenes Auto? Zu teuer, ich bin Student! Neben mir steht eine Frau, am Handy verzweifeln den morgigen Tag umorganisierend: Die KiTa ihres Kindes hat geschlossen.

Es wird gestreikt. Und ja: Es trifft (wie immer) die Falschen. Azubis und Studenten, die auf den ÖPNV angewiesen sind. Junge Familien, die auf die KiTa angewiesen sind. Menschen, die auf die kommunalen Ämter angewiesen sind. Aber ich finde es trotzdem gut, dass gestreikt wird. Trotz aller Unannehmlichkeiten, obwohl es mich nervt, nicht vom Fleck zu kommen und obwohl viele Menschen in NRW heute und morgen darunter leiden. Denn der Fakt, dass dieser Streik so nervt, zeigt, wie wichtig die Menschen sind, die dieser Tage ihre Arbeit niederlegen. 

Heute leider nein

Heute leider nein.
© Sebastian Laumen/fotostock.jusos-mg.de

Es sind Busfahrerinnen und Straßenbahnfahrer, Erzieherinnen und Erzieher, Angestellte in den kommunalen Ämtern und in sonstigen relevanten Positionen des öffentlichen Lebens wie an Flughäfen, die streiken. Personen, die sonst fast 365 Tage im Jahr die öffentliche Daseinsvorsorge leisten, die mich selbst an Neujahr, wenn ich – noch verkatert und übermüdet bin – von A nach B bringen, die mit hohem persönlichen Einsatz Kinder in KiTas erziehen, die für alle Anliegen in den Ämtern zuständig sind. Und diese Personen fordern jetzt eine angemessene Bezahlung ein und das finde ich nur angebracht. Auch wenn der Streik mir persönlich keinen Spaß macht, so kann ich doch das Anliegen und somit den Grund für die Arbeitsniederlegung nur zu gut verstehen. Es geht um angemessene Bezahlung für wichtige Arbeit, ohne die – das sehen wir jetzt – vielen nicht so bequem und gut organisiert wäre, wie es ist.

Und wer jetzt die Gewerkschaften verdammt, weil sie das öffentliche Leben lahm legen; wer fragt, was die Gewerkschaften jemals für uns getan haben, der gucke sich bitte dieses Video an: Gewerkschaften

Johannes Jungilligens

Autor: Johannes Jungilligens

Johannes ist seit 2009 Mitglied bei den Jusos Mönchengladbach. Er lebt in Mönchengladbach und Bochum (und im Zug) und vertritt sozialdemokratische Werte nach dem Motto "Keiner kann die Welt alleine verändern (und das ist gut so)". Johannes findet, dass mit vielen guten Ideen und vielen, die mitmachen, die Gesellschaft gerechter und offener gestaltet werden kann. "Gleiche Löhne für gleiche Arbeit, faire Aufstiegschancen unabhängig von der Herkunft und freiheitliches Denken als Rahmen für die volle Entfaltung jeder und jedes einzelnen sollten selbstverständlich sein, sind es aber leider nicht. Daran müssen wir arbeiten!"

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2 Kommentare zu „Lucky Streik“

  1. evamaria evamaria sagt:

    Ein sehr schöner Blogbeitrag, dem ich mich nur anschließen kann! Wie heißt es so schön: man bemerkt das Salz in der Suppe erst, wenn es fehlt. Und so ist es doch auch mit den Streikenden! Wann merken wir mehr, wie wichtig diese Menschen sind, als an einem Tag, an dem sie uns fehlen!

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