Horst-Case-Szenario

erstellt am: 16.09.2013 | von: Johannes Jungilligens | Kategorie(n): Meinung

Wahlen, überall Wahlen! Nächste Woche in Hessen und in Überall, gestern in Bayern. CSU und Herr Horst mit absoluter Mehrheit (ist halt Bayern), die Grünen mit Verlusten (nicht soo viel, ist halt Bayern), die SPD Gewinnen auf 21% (nicht soo viel, ist halt Bayern).

War noch was? Achja: Die FDP ist grandios an der 5%-Hürde gescheitert. Was sich in Niedersachsen noch durch zum kurzfristigen Überleben von der Union abgesaugten Zweitstimmen verdecken ließ, wird in Bayern ganz plötzlich ganz offensichtlich: Die FDP ist ein politischer Zwerg, der nur noch aufgrund von Wahlkampf und Noch-Regierungsbeteiligung im Rampenlicht steht. Da ist nicht mehr viel – nur noch Rösler (hoffnungslos überfordert), Brüderle (ideologisch im kalten Krieg lebend) und Leutheuser-Schnarrenberger (in der falschen Partei gelandet).

Themen? Nur der Kampf gegen die imaginäre, herauf beschworene Gefahr „Rot-Rot-Grün“, an die aus guten Gründen kein rational denkender Mensch glaubt. Wie Anna Berg auf Twitter schrieb: „uhuuuu, das rot-rot-grüne Schreckgespenst bemüht. DER RUSSE STEHT VOR DER TÜR!!! UND ER HAT TOFU DABEI! #flip“ – ungefähr auf dem Level bewegt sich der FDP-Wahlkampf.

Und was bedeutet das für uns? Am Sonntag hat Deutschland die realistische Chance, die personifizierte soziale Kälte in die Wüste zu schicken: Ohne massive Leihstimmen der Union wird die FDP erneut kläglich scheitern und dies ist gleichbedeutend mit der 14. verlorenen Wahl für Schwarz-Gelb in Folge. Ohne die FDP keine „Tigerentenkoalition„, ohne Tigerentenkoalition keine schlechte, unsoziale Politik, ohne schlechte, unsoziale Politik keine Chancenungleichheit und Ellenbogenmentalität.

Die Marginalen

Die Marginalen

FDP, Partei der Hartz-IV als “spätrömische Dekadenz“-Bezeichner, Partei der Hotelsteuer-Senker, Partei der für Wasserprivatisierung-Stimmer, Partei der Teppich-Schmuggler, der Steuersünder-Schützer, der Armuts-Bericht-Zensierer: Du gehörst nicht in den Bundestag!

 

Warum ich das schreibe – aus Häme? Nein! Wir haben sehr gute Alternativen aufzubieten:

– Einen Mindestlohn von 8,50€ (alles andere ist Ausbeutung)

– Die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen (Frauen verdienen im Durchschnitt für die gleiche Arbeit 23% weniger – geht gar nicht!)

– Mehr Geld in Bildung für mehr KiTas, mehr Lehrer und mehr Studienplätze

– Eine Übernahmegarantie für Auszubildende (damit fertig ausgebildete junge Menschen nicht auf der Straße stehen)

– Höhere Steuern für Reiche und strengere Verfolgung von Steuerhinterziehung (denn es gibt genug Geld in Deutschland, es ist nur unfair verteilt)

– Bankenregulierung und Finanzierung der Krise durch die, die sie ausgelöst haben (Finanztransaktionssteuer)

– Ideen für ein gerechtes Europa

– Begrenzung von Leih- und Zeitarbeit so wie von Werkverträgen und ausbeuterischen unbezahlten Praktika

 

„Irgendwie doch schön zu erleben, wie im Schlafwagen plötzlich die Bremsen versagen. #BTW13“ – Nick Leifert

 

Also am Sonntag die Freunde, Eltern, Verwandten und Nachbarn packen und zur Wahl schleppen! Es ist nichts verloren! Rot-Grün hat realistische Chancen, CDU/CSU und FDP abzulösen!

 

Johannes Jungilligens

Autor: Johannes Jungilligens

Johannes ist seit 2009 Mitglied bei den Jusos Mönchengladbach. Er lebt in Mönchengladbach und Bochum (und im Zug) und vertritt sozialdemokratische Werte nach dem Motto "Keiner kann die Welt alleine verändern (und das ist gut so)". Johannes findet, dass mit vielen guten Ideen und vielen, die mitmachen, die Gesellschaft gerechter und offener gestaltet werden kann. "Gleiche Löhne für gleiche Arbeit, faire Aufstiegschancen unabhängig von der Herkunft und freiheitliches Denken als Rahmen für die volle Entfaltung jeder und jedes einzelnen sollten selbstverständlich sein, sind es aber leider nicht. Daran müssen wir arbeiten!"

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